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Winter Highlight Biikebrennen und Rummelpott

Biikebrennen,Boßeln und mehr - skurrile Späße in Schleswig-Holstein

Den Winter mit dem Biikebrennen vertreiben
Alljährlich am 21. Februar lodern an der Küste und auf den InselnNordfrieslands die Biikefeuer. Einst Opferfeuer für den Gott Wotan undspäter Geleit für die auslaufenden Walfänger, ist das Biikebrennen heuteals nordfriesisches Volksfest noch genauso lebendig wie vorJahrhunderten. Die feurige Tradition, die häufig von einem gemeinsamenFackelzug vor und Grünkohlessen nach der Biike begleitet wird, ist inden letzten Jahren mehr und mehr von Urlaubern entdeckt worden. Ausallen Teilen Deutschlands reisen Kurzurlauber im Februar an die Küste,um das einzigartige Winterfest zusammen mit den Nordfriesen zu feiern.Zahlreiche Orte und Hotels bieten attraktive Arrangements zur Biike an (www.nordseetourismus.de). 

Rummelpott-Laufen
„Lischen mok de Dör op, De Rummelpott willrin, hau de Katt den Schwanzaff, hau em nich to lang aff, lot’n lüttenStummel stohn denn wie wülltnoch wieder gohn.“
Dieses Liederschallt alljährlich am Silvesterabend inSchleswig-Holstein ausvielen Kindermündern. Die Kleinen sind bunt undschrill gekleidet undhaben einen Topf, eine Tasche oder Körbe in derHand. In Gruppen gehensie von Haus zu Haus und locken mit lustigenLiedern die Bewohnerheraus. Süßigkeiten, Obst und manchmal auch Geldwird ersungen.Rummelpott heißt das Spektakel und hat eine langeTradition inNorddeutschland.

Der Begriff stammt aus dem Niederdeutschen(rummeln =poltern) und bezeichnete einst einen Topf, der mit einerSchweinsblaseüberzogen war und mit dem man mittels eines SchilfrohrKrach machte.Schon immer sollten damit die Wintergeister vertriebenwerden. Heutedenken die Kinder wohl eher an die Beute. Wer die „Hulken“oder„Kenkner“, wie die Rummelpott-Läufer auf Amrum und Föhr heißen,einmalselbst erleben möchte, kann eines der zahlreichen attraktiven Silvester-Arrangements auf dem Festland oder den Inseln buchen (www.nordseetourismus.de).

Nationalsport an der Nordseeküste: Boßeln
Man nehme eine Kugel, finde eine Technik und schleudere sie weit weg.Klingt simpel, hat Tradition, macht allen Spaß und ist an derschleswig-holsteinischen Nordseeküste so etwas wie Nationalsport. Boßelnheißt es in Norddeutschland. Ursprünglich war Boßeln ein Zeitvertreibfür Landwirte in den langen Winterzeiten. Die Felder waren leer, dieBauern hatten weniger zu tun. Also wurde auf Wegen, Straßen, Äckernfleißig die Kugel geschleudert. Daraus entwickelte sich einMannschaftssport, bei dem das Team mit den wenigsten Würfen zumZielpunkt gewinnt – unterstützt und gewärmt von hochprozentigenHeißgetränken, die in keinem der mitgeführten Bollerwagen fehlen. Heuteriskieren auch Urlaubsgäste gerne mal eine Kugel – zum Beispiel in Büsum(www.buesum.de).

Spökenkieker-Tage in Friedrichskoog
Wenn der Wind über das flache Land pfeift und an der Nordseeküste dieersten Blätter durch die Luft wehen, beginnt in Dithmarschen dieSpökenkieker-Zeit. Im Herbst versammeln sich nach alter TraditionDithmarscher Familien am Kamin oder in der warmen Wohnstube und lauschengemeinsam den Geschichten der Spökenkieker. Der Sage nach könnenSpökenkieker in die Zukunft sehen – auf jeden Fall kennen sie dieschaurig-schönsten Geschichten.
Im Nordseeheilbad Friedrichskoog lebt dieser Grusel-Spaß während derSpökerkiekertage vom 20. bis 22. Oktober 2011 wieder auf. In derFriedrichskooger Kreativwerkstatt können Kinder vormittags gruseligeKürbisgesichter und bunte Laternen basteln und anschließend unheimlichenGespenster- und Spukgeschichten lauschen. Außerdem wartenSpökenkieker-Spaß im Haus des Kurgastes, Geisterspaziergang amNordseedeich und „Eeten bi Frankenstein“ für kleine und große Freundevon Hexen, Hellsehern und Co. (www.friedrichskoog.de).


Königliche Hoheiten treffen
Obwohl die Monarchie längst abgeschafft ist, sind dieMajestäten an der Nordsee Schleswig-Holstein noch höchstlebendig.Alljährlich werden Regentinnen zum Husumer Krokusblütenfest, zu denNordfriesischen Lammtagen und den Dithmarscher Kohltagen gekrönt, denenzu folgenden Terminen gehuldigt werden kann: Vom 26. bis 27. März aufdem Krokusblütenfest in Husum (www.husum-tourismus.de), vom 31. Mai bis 31. Juli auf den Nordfriesischen Lammtagen (www.lammtage.de) und vom 20. bis 25. September auf den Dithmarscher Kohltagen (www.dithmarscher-kohltage.de).

Festlich, bunt, kostbar und lebendig: Trachten an der Nordsee
Auf den Halligen, Inseln und dem Festland werden nicht nur dieverschiedenen Mundarten gepflegt, sondern auch traditionelle Bräuche wiedas Trachten-Tragen. Kostbare Festtags-, bunte Alltags- oder schwarzeSonntagstrachten können überall an der Nordsee Schleswig-Holstein aufVolksfesten, in Kirchen oder auf traditionellen Veranstaltungen wie demRingreiten bewundert werden. In den Heimatmuseen sind sie das ganze Jahrhindurch ausgestellt. Mit dem Arrangement „Hooger Trachten undHeimatgeschichten“ können Urlauber vom 1. bis 8. August 2011 in diereiche Geschichte der Hallig Hooge eintauchen, einen Trachten- undHeimatabend besuchen und die kleine Insel auf einer Wattwanderung,Halligführung, Kutschtour und vielem mehr erkunden (www.hooge.de).



Klootstockspringen und Co.

Foto: Biikebrennen,Boßeln und mehr - skurrile Späße in Schleswig-Holstein

Stabhochsprung über Wassergräben, im Galopp einen kleinen Reifen mit einer Lanze aufspießen oder Kugeln über vereiste Wege schleudern und sich für die optimale Wurftechnik einen Punsch genehmigen – wer an die Nordsee Schleswig-Holstein reist, sollte sich ihre ebenso reiche wie skurrile Vielfalt an Bräuchen und Traditionen nicht entgehen lassen. Uralte Bräuche wie das Biikebrennen, Trachtentanz und mehr als drei verschiedene Sprachen sind an der Küste auch heute noch höchst lebendig. Und obwohl die Monarchie längst abgeschafft wurde, können Urlauber im hohen Norden nicht weniger als drei Königinnen von der Lamm- über die Krokus- bis zur Kohl-Königin die Ehre erweisen.

In ritterlicher Tradition: Ringreiten an der Nordseeküste
Höchstes reiterliches Geschick ist beim Ringreiten gefragt, das seine Wurzeln im mittelalterlichen Rittertum hat.  Mit einer Lanze wird im Galopp ein kleiner metallener Reifen aufgespießt, der an einer Schnur zwischen zwei Pfählen hängt. Doch damit nicht genug: Im Laufe des Wettbewerbs wird der Ring durch immer Kleinere ausgetauscht. Auf den großen Ringreiter-Turnieren der schleswig-holsteinischen Nordseeküste werden außerdem viele weitere Bräuche wie das Tragen der friesischen Trachten gepflegt – und die Krönung von Königen und Prinzen wird natürlich gebührend gefeiert. Eine echte Hochburg für Ringreiter ist die Nordseeinsel Föhr, die bei den alljährlichen Gästeturnieren auch Urlauber einlädt, ihre Geschicklichkeit auf dem Pferderücken zu versuchen (www.foehr.de).

Klootstockspringen – eigenwillig Gräben überwinden
Als die Wege in Nordfriesland und Dithmarschen noch nicht optimal ausgebaut waren, wendeten die Marschenbauern einen einfachen Trick an, um die Gräben zwischen ihren Feldern zu überwinden: Mit dem langen „Klootstock“ stießen sie in die Wasserläufe und katapultierten sich wie beim Stabhochsprung von einem Ufer zum anderen. Heute ist das Klootstockspringen ein beliebter Sommerspaß, bei dem die Stimmung mit jedem Pechvogel steigt, der ausrutscht und in den Graben fällt. Die Tourismusvereine an der Nordsee Schleswig-Holstein laden alljährlich zum Klootstockspringen ein – zum Beispiel in Tating auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt (www.tz-eiderstedt.de). Im Holländerstädtchen Friedrichstadt können Urlauber bei der Nordfriesenolympiade ihr Talent fürs Klootstockspringen unter Beweis stellen – zu den Disziplinen gehören außerdem Boßeln, Gummistiefelweitwurf und Pick-Folt. Die Teilnahmegebühr beträgt 9,50 Euro bei Gruppen ab 20 Personen (www.friedrichstadt.de).

Kleines Land, viele Sprachen
„Moin!“ lautet an der NordseeSchleswig-Holstein der passendeGruß zu allen Tageszeiten – wer mit„Moin, Moin“ grüßt, gilt bei denwortkargen Nordlichtern schon alsgeschwätzig. Das kleine Land im hohenNorden beherbergt so vieleSprachen und Dialekte wie kaum ein anderesFleckchen in Deutschland.Das liegt an den vielen unterschiedlichen„Besuchern“, die seitJahrtausenden ins Land ein- oder durchzogen.Wikinger, Friesen, Dänen,Sachsen, Niederländer und noch viele mehrprägten nicht nurLandschaftsbild und Historie, sondern auch dieSprachen. Heuteverständigen sich die Nordfriesen mindestens in dreiSprachen: aufFriesisch in ihrer näheren Umgebung, auf Plattdeutsch mitdenNicht-Friesen und auf Hochdeutsch bei amtlichen Geschäften sowie inderSchule, der Kirche und vor Gericht.
Auch das Friesische istregional nochmals in eigene Formen unterteilt.Neun Mundarten gibt eswie das „Fehring“ auf Föhr, „Öömrang“ auf Amrum,„Sölring“ oder„Halunder“ auf Sylt.
Am Festland und auf den Inseln können Urlauberdie verschiedenenSprachen auch bei den Aufführungen von Vereinen und„Speeldeels“ erleben– oder selbst erlernen: Beim vergnüglichenNordfriesen-Bachelor inHusum ist Friesisch sprechen eine Disziplinneben Krabbenpulen,Wattskilaufen, Melken und Klotstockspringen (www.husum-tourismus.de, www.nordfriiskinstituut.de).

 

FOTO: Ringreiten / Föhr Tourismus GmbH
Text: Tourismusagentur Schleswig-Holstein







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