Behindert? Nicht behindert?
Diese Frage stellte sich beim Festival „Musik in uns“ im Bullentempel
nicht. Die Norddeutsche Gesellschaft f. Diakonie und die Brücke Rendsburg-Eckernförde
e.V. haben ein Programm der Extraklasse auf die Beine gestellt.
Die Band Station17 aus Hamburg begeisterte das Publikum, welches zum großen
Teil aus Heavy-Metal Fans bestandt, von Anfang an. Die Band seit 1989 aktiv
in der Musikszene, besteht zum großen Teil aus Menschen mit einem Handicap.
Cooler Blues und eingängiger Rock-Pop brachte die Menschen zum mitklatschen.
Saxophon (Sopran) das unter die Haut geht, spielte der an Polio erkrankte Klaus
Kreuzeder. Er gehört seit 30 Jahren zum Besten was der Musikmarkt zu bieten
hat. Er spielte unter anderem mit Al Jarreau, Sting und Stevie Wonder. Stücke
aus seinem Soloprogramm hinterließen bei der Zuhörern einen bleibenden
Eindruck.
„Blue Grass“ Musik aus Dithmarschen gab es dann auf die Ohren von
den Swomp Rebels. Mit Klaus Kreuzeder zusammen spielte sich die Formation in
die Beine und Köpfe der Fans.
Stücke wie „Highway to Hell“ von AC/DC im Blue Grass Style
wurden lauthals mitgesungen.
Dann wurde es hart und laut. Saxon, das Urgestein des Heavy-Metal betrat die
Bühne.
Seit 25 Jahren besteht die Band um den Frontmann Biff Byford. Aber Altersschwäche
war Saxon nicht anzumerken. Sie hämmerten den Metallern „Wheels of
Stell“ oder „strong Arm of the Law“ um die Ohren das es nur
so krachte. Erst nach diversen Zugaben durften die fünf nach etwa 90 Minuten
wieder von der Bühne.
Um es mit den Worten vom Schirmherr der Veranstaltung zu sagen, Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse: „Das Festival ist ein schönes Beispiel dafür,
das Musik Nähe stiftet und Barrieren zwischen Behinderten und Nichtbehinderten
abbaut“
Das hat sie getan. Ein absolut gelungenes Festival.
Jörg Mielenz
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